Wer ist oder war Josef Benedikt Engl?

Gehört man nicht gerade zum Literatur- und Journaillenbetrieb, wird man den Namen vermutlich nie gehört und wenn doch, vergessen haben. Der Verfasser dieser Seiten stieß über die dankenswerterweise von der Herzogin Anna Amalia Bibliothek erstellten Simplicissimus-Seiten auf den Zeichner und Karikaturisten J.B. Engl.

In unserer jetzigen Zeit, in der man besonders stark mit den überragenden Eigenschaften des deutschen Landadels und deren huldigend entgegegenommenen Volksnähe konfrontiert wird, in der auch die Kirchen wieder in aller Munde sind und das Militär endlich noch einmal den Stellenwert bekommt, den es sich durch ziemlich erfolgreiche Konfrontationen in der Vergangenheit verdient hat, sollten die Werke eines Künstlers, der sich besonders einfühlsam in die Seelen dieser Klassen hineindenken konnte, wieder der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

J.B. Engl lieferte dem Simplicissimus vom ersten Erscheinungstag an bis zu Engls Ende für jede Ausgabe ein oder mehrere Zeichnungen. Sein früher Tod bracht für ihn immerhin den Vorteil, dass er das Umschwenken der Simplicissimus-Redaktion auf Hurra-Patriotismus vor jedem Weltkrieg - das erste mal freiwillig, das zweite Mal mehr oder weniger erzwungen - nicht mehr miterleben musste.

Bauen wir ihm hier ein kleines Denkmal.