hans und der tägliche Horror
Anmerkungen zur Zeit
Assange und die Vergewaltigungsvorwürfe (diesmal keine Satire) - Zurück zur Übersichtsseite Allzuprivates
Es wird vielen so gehen wie mir: Wenn man sich die Feinde Assanges - Personen wie Institutionen - ansieht, könnte man versucht sein, sich auf seine Seite zu schlagen. Dazu kommt - zumindest bei mir - das eingebrannte Misstrauen gegenüber Regierungen mit Allherrschaftsgelüsten.
Aber kann man sich auf die Seite eines Mannes stellen, der sich dem schwer wiegenden Vorwurf einer oder möglicherweise mehrerer Vergewaltigungen gegenübersieht? Das macht die Sache nicht einfach, also sollte man informiert sein.
Möglicherweise haben unsere Print- und Sudelmedien detailliert über die Vorwürfe berichtet, da ich aber Zeitungen mit allzugroßen Buchstaben nicht lese und Abstand vom Privatfernsehen halte, mag mir das entgangen sein. Sollte es noch jemanden gehen wir mir, nachfolgend eine Grobübersetzung eines Beitrags von "Mail online", einer Tochter von "Daily Mail" zum "Vergewaltigungsfall" Assange (den Originalartikel in englischer Sprache finden sie hier).
Am Mittwoch, dem 11. August, flog Assange nach Schweden, um drei Tage an einem Seminar der Sozialdemokratischen Partei Schwedens teilzunehmen und dort zu sprechen. Assange hatte sich ein Visum beschafft, um dauerhaft in Schweden arbeiten zu können (dies wird im Zusammenhang mit der Standortverlagerung der Wikileaks-Server nach Schweden stehen -hwh-).

Frau A, die für den christlichen Teil der Sozialdemokratischen Partei Schwedens arbeitet, war die Hauptorganisatorin, Assange und sie waren sich nicht bekannt. Die Frau, die von ihren Freunden als fleißig und lebenslustig beschrieben wird, bot an, ihn in ihrer Ein-Zimmer-Wohnung in Södermalm, Stockholm, zu beherbergen. Sie wollte ihre Familie in einem anderen Teil des Landes besuchen und bis zum Samstag zum Seminar wieder zurückkehren.

Sie kam aber bereits Freitags zurück, da ihr Bedenken bezüglich der noch für das Seminar anstehenden Arbeiten kamen. Eine Polizeiquelle verlautbarte, dass die beiden die Sache diskutierten und übereinkamen, die Wohnung zu teilen, dann gingen sie zusammen zum Abendessen.

Als sie zurückkamen, hatten sie sexuelle Beziehungen, aber es gab ein Problem mit dem Kondom - es war geplatzt. Sie schien zu glauben, dass er dies absichtlich bewerkstelligt hatte, aber er bestand darauf, dass es ein Unfall war.

Am nächsten Tag erschien Frau B entspannt und unbeschwert auf dem Seminar, wo Assange Frau B traf, eine andere hübsche Blondine, auch in den Zwanzigern, aber jünger als Frau A.

Im Polizeiprotokoll berichtete Frau B, während der Veröffentlichungen von Wikileaks zu Afghanistan habe sie Assange, wie er im Fernsehen interviewt wurde gesehen er habe sie fasziniert, manche würden sogar sagen, sie sei von ihm besessen gewesen.

Sie sagte, sie hielt ihn für "interessant, mutig und bewundernswert". Im laufe der folgenden zwei Wochen las sie alles, was sie konnte über ihn im Internet und folgte den Links zu Berichten über seine Tätigkeit. Hierbei fiel ihr auf, dass er zu einem Seminarbesuch nach Schweden käme und sie bot den Organisatoren ihre Hilfe an. Sie buchte ihre Teilnahme.

Sie war in einem schockierend-rosa Kaschmirpullover ein Blickfang, fühlte sich aber, wie sie sagte, unter den in grauen Anzügen gekleideten Journalisten ungehaglich und fehl am Platz. Dennoch belegte sie eien Sitzplatz in der ersten Reihe. Sie wurde gebeten ein Computer-Kabel für Assange zu kaufen. Später beschwerte sie sich, dass niemand ihr gedankt habe.

Assange, in grauen Jeans und Jackett gekleidet, sprach für 90 Minuten zum Thema "Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit". Er bemerkte die attraktive Blondine, die ihn fotografierte. Was entstand, könnte man mit dem Aufeinandertreffen eines Groupies mit einem Rockstar vergleichen. Die Frau hielt sich vor dem Gebäude auf, bis sie von einem Mitglied seines Gefolges zum Mittagessen in das bescheidene lokale Bistro "Bohème" eingeladen wurde. Die Gruppe bestand aus zwei Sozialdemokraten, einem freien Journalisten und Freund von Assange, ihm selbst und Frau B, der einzigen weiblichen Teilnehmerin. Einer der Teilnehmer bezeichnet sie als nervös und nicht eigentlich dazu passend. "Sie war ein bisschen merkwürdig", sagte er. "Auf jeden Fall ein skurriler Charakter, scharf darauf, Julians Aufmerksamkeit zu erlangen.

Die Frau habe versucht, Assange in ein Gespräch zu verwickeln. Assange schien die kriecherische Verehrung zu geniessen.

Er sagte ihr, er benötige eine Ladegerät für seinen Laptop und sie bot eifrig ihre Hilfe an. Assange lächelte, legte seinen Arm um ihren Rücken und sagte: "Ach ja, Sie waren es ja, die mir das Kabel besorgte." Sie gingen auf vergebliche Suche nach dem Ladegerät.

Sie kaufte ihm eine Fahrkarte für die U-Bahn, weil er sagte, er habe kein Geld. Sie landeten im städtischen "Natural History Museum", wo Assange an einem Terminal über seinen Tag twitterte. Um 18:00h schauten sie sich einen kurzen Film ("Deep See") an. In der Dunkelheit wurden sie zärtlich zueinander. An diesem Punkt zogen sie sich in die hintere Reihe zurück, wobei es zu weiteren Zärtlichkeiten kam, die über Küssen und Streicheln weit hinausgingen.

Nach dem Film wanderten sie in Richtung eines Parks. Assange sagte, er benötige ein Nickerchen, so lagen sie nebeneinander auf dem Gras und der schlief ein. Sie blieb wach und weckte ihn etwa 20 Minuten später. Als sie frage, ob sie sich wieder treffen würden, antwortete er "Natürlich". Er sagte ihr allerdings nicht, dass die Veranstaltung von der Frau organisiert werde, mit der er bei den zwei Übernachtungen vorher geschlafen habe und wahrscheinlich in dieser Nacht wieder schlafen würde.

Als sie zu Hause angekommen war, 46 Meilen ausserhalb von Stockholm, und ihr Handy aufgeladen hatte, sah sie eine SMS von Assange, der noch auf der Party war. Am nächsten Tag versuchte Frau B, ihn anzurufen, aber sein Handy war ausgeschaltet.

Sie sprach ihn schließlich am Montag, sie vereinbarten ein Treffen am Abend und er schlug vor, die Nach in ihrer Wohnung zu verbringen. Sie wollte in ein Hotel, aber er sagte, er möchte ihr Haus sehen. Sie kaufte seine Fahrkarte, weil er kein Geld hatte und sagte, er wolle seine Kreditkarte nicht benutzen, damit seine Ortsveränderungen nicht verfolgt werden könnten.

Er verbrachte den größten Teil der 45-minütigen Fahrt mit Internetsurfen, dem Lesen von Geschichten über sich selbst und Twittern oder SMS auf seinem Handy. "Er verwendet mehr Aufmerksamkeit auf den Computer als auf mich", sagte sie. Es war dunkel, als sie in ihrem Vorort ankamen und die Stimmung zwischen ihnen hatte sich abgekühlt. "Die Leidenschaft und Anziehungskraft scheint verschwunden zu sein", sagte sie.

Das meiste, war dann folgte, wurde im Protokoll geschwärzt, außer: "Es fühlte sich langweilig an und wie eine alltägliche Sache." Eine Informationsquelle aus der Umgebung der Behörde, die den Fall untersuchte, sagte, die Frau habe auf einem Kondom bestanden, aber am nächsten Morgen habe er sie ohne Kondom geliebt.

Dies war die Grundlage für den Vorwurf der Vergewaltigung. Aber nach dem Vorfall schien es ihr gut zu gehen, sie ging Lebensmittel für das Frühstück einkaufen. Ihre einzige Sorge war, ihn in der Wohnung allein zu lassen. "Ich hatte nicht das Gefühl, ihn sehr gut zu kennen", erklärte sie.

Sie aßen in einer Atmosphäre, die angespannt war, obwohl sie in ihrem Protokoll sagte, dass sie die Stimmung mit einem Scherz über die Möglichkeit, dass sie schwanger sein könne, aufzuhellen versuchte. Sie trennten sich freundschaftlich und sie kaufte seine Fahrkarte zurück nach Stockholm. Als sie ihn fragte, ob er sie anrufen werden, bejahte er dies, rief aber nicht an und beantwortete auch ihre Anrufe nicht.

Das Drama nahm einen bizarren Verlauf, nachdem Frau B in das Büro von Frau A eintrat, die sie kurz auf dem Seminar kennengerlernt hatte. Die beiden Frauen sprachen miteinander und realisierten zu ihrem Entsetzen und ihrer Wut, dass sie beide Opfer seines Charms wurden.

Aufgrund des ungeschützten Sex hatten sie Angst vor AIDS. Es wird angenommen, dass sie beide ihn baten, sich einem AIDS-Test zu unterziehen und er sich weigerte. Speziell Frau B sorgte sich bezüglich HIV und Schwangerschaft.

In diesem Zustand gingen die beiden Frauen, die sich kaum kannten, zur Polizei und erzählten ihre Geschichte. Frau A sagte später, sie habe nicht vorgehabt, einen Strafantrag zu stellen, sei aber mitgegangen, um Frau B zu beraten und die Forderung, Assange zum einem AIDS-Test zu veranlassen, zu unterstützen.

Die Polizei, eine Polizistin und zwei Polizisten, kamen zu dem Schluss, dass die Anschuldigungen ausreichten, die Staatsanwältin zu informieren, die für die Ausstellung eines Haftbefehls zuständig sei. Die Geschichte wurde einer schwedischen Boulevardzeitung zugespielt und Assanges Bekanntheitsgrad führte zur Übernahme des Falles durch die leitende Staatsanwältin, die nach der Lektüre der Aussagen zu dem Schluss kam, dass keine Beweise für eine Vergewaltigung vorlagen.

Sie stimmte zu, die sexuelle Belästigung der ersten Frau zu verfolgen (dieser Anklagepunkt wurde inzwischen fallengelassen -hwh-).

hans
im Dezember 2010