hans und der tägliche Horror
Anmerkungen zur Zeit
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Die allbefriedigende Lösung

Was haben wir geschuftet, gebetet und getüftelt,
was haben wir gebrütet, gefluchet und gesüffelt,
uralte Bücher der heiligen Kirche durchforstet,
alljedes Detail zu unserem Problem geortet.

Lange haben wir das vorgemacht,
Lange habt ihr alle uns verlacht:
wie sich die Natur beschummeln läßt,
wie sich auch ehelos leben läßt.

Nun triumphieren wir bei Tag und noch mehr bei Nacht,
jetzt haben wir in der Geschichte die Lösung gefunden,
an der die Menschheit nachhaltig wird gesunden;
wir haben die eheliche Liebe überflüssig gemacht.

Die ungezeugte Frucht wird zur Regel,
es gibt nur noch Kinder, nie mehr Kegel,
der Mann muss nicht mehr das Weib erkennen,
um sich Vaterfreuden dann zu gönnen.

Selbst wenn er wollte, er hat es nicht mehr,
dem heil'gen Vater mißfiel es gar sehr,
drum wurde schon zur Taufe ihm amputiert,
was der Kirche Frieden gar lange gestört;

Bei Kinderwunsch wählt man null-null-acht-fünf-zwei,
der Ruf landet bei uns'rer himmlischen Kuppelei;
jedem keuschen Paare wird es frommen,
gerne sind wir schon immer gekommen.

Dankesschreiben gekrönter wie ungekrönter Häupter,
geschrieben in längst vergangener wie vertrauter Zeit
legen Zeugnis für Leistungsfähigkeit und Kompetenz:
des ehelichen Glück's Garant ist unsere Potenz.
Verröslert

Er verröslerte uns an die Gesundheitsindustrie;
es brachte ihm den Vorsitz der Partei.
Ihr fraget, zu was er noch fähig sei?
Grenzen gab es in der F.D.P.-Politik noch nie.