hans und der tägliche Horror
Anmerkungen zur Zeit
Unser Verteidigungsminister - Zurück zur Übersichtsseite Allzuprivates
Tradition ist wichtig, nicht zuletzt militärische Tradition. Erfüllt es nicht jeden Bundesbürger mit Stolz, wenn er in Presse oder Fernsehen liest oder hört "... der deutsche Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg ..."?
Welche traditionsbewusste Bundesbürgerin verspürt in einem solchen Moment nicht einen leichten Schauer, steht mit Andacht dem Zusammenfliessen tapferen Mannestums und ruhmreicher Glorie der stolzen Adelsgeschlechter derer zu Guttenberg aus dem Frankenlande (väterlicherseits) und derer von Ribbentrop aus dem Lippeschen (mütterlicherseits) gegenüber?
Hat nicht schon Ullrich Friedrich Willy Joachim Ribbentrop dem Deutschen Reich als Außenminister solange treu gedient, bis er im Oktober 1946 in Nürnberg für einen kurzen Glücksmoment die äußerstmögliche, sogar im Ausland vielbejubelte Auszeichnung erleben durfte? Es wird unserem Verteidigungsminister bei Besuchen im Ausland viel Ehre einbringen, wenn er mit der dem Adel eigenen, dezenten Zurückhaltung auf das Geschlecht seiner Mutter verweist. Diese Anerkennung wird auch auf uns bürgerlichen Deutschen überstrahlen, denn wir haben viel für den Aufstieg des Herrn von Ribbentrop getan.

Vergessen sind die Zeiten, in denen wir die Sicherheit unserer Nation in die Hände von sieben bürgerlichen Verteidigungsministern aus den Reihen der Union und in die von sechs sozialistischen Vaterlandsverrätern legen mussten. Endlich bimmelt dem weichlichen Fabelwesen "Bürger in Uniform" die Todesglocke; noch ist es nicht zu spät, den um uns herum lauernden Gefahren ins Auge sehen. Hat unser Verteidigungsminister, noch frisch im Amt, nicht sein untrügliches Gespür für militärische Notwendigkeit bewiesen, indem er - unbelastet von den Ergebnissen schnöder Untersuchungsberichte - kraft seines Amtes und insbesondere seines Standes glasklar erkannte, dass das afghanischen Bombardement "eine angemessene Maßnahme" war?

Stolz auf unseren Verteidigungsminister müssen wir sein; die Beliebtheitswerte in der Bevölkerung beweisen das. Ruhen dürfen wir nicht. Es steht noch viel Überzeugungsarbeit an, bis sowohl die kämpfende Truppe als auch die Zivilisten erkennen,
dass die Zeichen auf eine "wunderbare, große Zeit" (Wilhelm II. im Februar 1914) stehen.

Wenn auch in diesem Fall die militärisch Verantwortlichen in Afghanistan in einem bewundernswerten, langjährige Übung in solchen Dingen erkennen lassenden Zusammenspiel mit den politisch Verantwortlichen in Berlin und Washington fürsorglich die Zivilisten nicht mit unnötigen Details und Ungereimtheiten belastet haben, so muss künftig doch dafür gesorgt sein, dass kein bürgerlich und sozialistisch besetzter Untersuchungsausschuss Einsicht in militärische Unterlagen und Befehlswege bekommt.

Die Ältesten unter uns werden sich noch erinnern, wie ihre Frauen an den Straßenrändern den Helden in Uniform zujubelten, als diese in einem Akt der Selbstverteidigung auf dem Weg waren, unsere Freiheit gegenüber den Aggressoren in Litauen und Luxemburg zu verteidigen. Wie freudig schlug damals das Herz einer Mutter, wenn sie ihrem einzigen Sohn den letzten Segen gab, ihm noch sorgenvoll ins Ohr raunte "Pass gut auf, gehe immer schön rechts" und ihn dann mit den edelsten Wünschen unserem Kaiser oder auch unserem Führer schenkte und sein Leben in deren verantwortungsvolle Hände legte.
Wäre es nicht wunderschön, wenn die heutigen Frauen und Mütter ein solch inniges Verhältnis zu unserem Staat und unseren militärischen Verpflichtungen aufbringen würden, wenn sie ihren Männern und Söhnen beim Abschied einen liebevoll gebackenen Kuchen mit SchwarzRotGoldenem-Zuckerguß und ihre Hoffnung auf einen auch die Frau und Mutter ehrenden Heldenorden mit auf den Weg gäben?

Das Militär und damit innigst verbunden, der Adel, müssen wieder zu dem Ansehen gelangen, das Ihnen in Deutschland traditionell entgegengebracht wurde, eine Verehrung, die sie sich im vergangenen Jahrhundert mehrmals so tapfer verdienten. Stolz und dankbar sind wir Bürglichen, dass wir die Folgen des unermüdlich adlig-militärischen Wirkens ganz alleine tragen durften und der Adel und das Militär uns diese selbstlos überliessen.

hans
im Januar 2010
Da passt es doch, dass unser Strahlemann von Wikileaks als einer von den Zuträgern der US-Diplomatie geoutet wird, der Mitglieder seiner eigenen Regierung verpetzt. Wie dichtete schon vor über hundert Jahren ein (nicht identifizierter) Hans im Simplicissimus über diese wertvollste aller Klassen:
Biederkeit im Angesicht,
Ehre stets im Mund,
Ist er tapfer, brav und schlicht
und ein falscher Hund.

Aufrecht, wie ihn Gott erschuf,
Treu bis in das Mark,
Ohrenbläser von Beruf
Und im Lügen stark.

Fest auch, wo er Treue schwur,
Doch wenn's nötig ist,
Wie das Stoiber schon erfuhr,
Voll von Hinterlist.

Kurz und gut, ein stolzer Edelmann,
Der einen erschlich'nen Doktor liebt,
Doch weil er ihn nicht behalten kann,
nun kurzerhand in den Shredder schiebt.